Das LOQED Touch Smart Lock 2S ist ein motorisiertes Türschloss, mit dem Sie Ihre Haustür vollständig ohne herkömmlichen Schlüssel bedienen können. Statt lediglich einen vorhandenen Schlüssel zu drehen, ersetzt das System den Schließzylinder und kombiniert einen elektrischen Antrieb mit einem äußeren Touch-Display. In meinem Ratgeber über smarte Türschlösser ordne ich diese Bauart genauer ein.
Die 2S-Version benötigt laut Hersteller nur zwei Sekunden zum Ver- beziehungsweise Entriegeln. Interessant ist das Schloss vor allem für Eigentümer, die einen integrierten PIN-Zugang, Touch to Open und eine motorisierte Verriegelung wünschen. Allerdings muss die Tür mechanisch kompatibel sein, und eine klassische Schlüssel-Notöffnung von außen fehlt.
Ich erläutere die technischen Eigenschaften, berücksichtige verfügbare Nutzererfahrungen und zeige, wie sich das Modell gegenüber den Alternativen aus meinem Smart Lock Vergleich einordnet.

- Schlossbauart: Motorisiertes elektronisches Türschloss mit Zylindertausch
- Zutrittsmethoden: Touch to Open, sechsstelliger PIN-Code und Smartphone-App
- Schließgeschwindigkeit: Zwei Sekunden laut Hersteller
- Konnektivität: Bluetooth und WLAN über die mitgelieferte LOQED Bridge
- Smart Home: Shelly Smart Control und weitere Integrationen über Schnittstellen
- Stromversorgung: Acht AA-Batterien, optional mit wiederaufladbaren Akkus
- Batterielaufzeit: Typischerweise 9–12 Monate laut Herstellerangabe für LOQED Touch
- Notstromversorgung: Externe 9-V-Batterie bei entladenen Hauptbatterien
- Preis bei Amazon: 185,27 €
- Geeignet für: Eigentümer mit kompatibler Haus- oder Wohnungstür, die einen vollständig schlüssellosen Zugang wünschen.
- Wichtige Einschränkung: Keine mechanische Schlüssel-Notöffnung von außen.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in 60 Sekunden
- Technische Daten im Überblick
- Installation, Kompatibilität und Voraussetzungen
- Funktionen, Ausstattung und Bedienung
- Motor und Schließverhalten des LOQED 2S
- Batterien, Laufzeit und Wartung
- Alltagstauglichkeit und typische Einsatzbereiche
- Sicherheit und Zuverlässigkeit
- Kundenmeinungen und Erfahrungen
- Vorteile und Nachteile des LOQED Touch Smart Lock 2S
- Alternativen und Modellvergleich
- Häufige Fragen zum LOQED Touch Smart Lock
- Fazit – Für wen lohnt sich das LOQED Touch Smart Lock 2S?
Das Wichtigste in 60 Sekunden
Das LOQED Touch Smart Lock 2S verbindet einen schnellen motorisierten Schließantrieb mit verschiedenen schlüssellosen Zutrittsmethoden. Besonders wichtig sind die mechanische Kompatibilität und die fehlende unabhängige Schlüsselöffnung bei technischen Defekten.
- 🔑 Vollständig schlüssellos: Öffnen per Smartphone, PIN-Code oder Berührung des äußeren Displays.
- ⚡ Schneller Motor: Laut Hersteller nur zwei Sekunden zum Ver- beziehungsweise Entriegeln. Die Smartphone-Erkennung kann zusätzliche Zeit benötigen.
- 🚪 Zylindertausch erforderlich: Das Schloss ersetzt den vorhandenen Profilzylinder und benötigt eine geeignete Türmechanik.
- 📱 Digitale Zutrittsverwaltung: Individuelle Zugänge, zeitlich begrenzte Berechtigungen und Shelly-Smart-Home-Integration.
- 🔋 Notstromversorgung: Eine externe 9-V-Batterie hilft bei leeren Schlossbatterien, nicht zwangsläufig bei einem Hardwaredefekt.
- ⚠️ Begrenzte Langzeiterfahrungen: Erste Bewertungen des 2S enthalten positive Rückmeldungen und einzelne Problemberichte. Eine belastbare langfristige Ausfallquote ist nicht bekannt.
Meine Einschätzung: Das LOQED ist eine interessante Wahl für Käufer, die bewusst vollständig auf Schlüssel verzichten möchten. Wer dagegen eine mechanische Rückfallebene benötigt, sollte ein anderes Schlosskonzept bevorzugen.
Technische Daten im Überblick
Das LOQED Touch Smart Lock 2S besteht aus einem motorisierten Innenmodul, einem äußeren Touch-Display und einem passenden Schließzylinder. Die wichtigsten technischen Eigenschaften sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
| Merkmal | Technische Daten |
|---|---|
| Marke / Anbieter | LOQED / Shelly |
| Modell | LOQED Touch Smart Lock 2S |
| Schlossbauart | Motorisiertes elektronisches Türschloss mit Zylindertausch |
| Schließgeschwindigkeit | 2 Sekunden laut Hersteller |
| Zutrittsmethoden | Touch to Open, PIN-Code, Smartphone |
| Schließzylinder | Europrofil, im Lieferumfang enthalten |
| Maximale Türstärke | 110 mm bei symmetrischem Aufbau, maximal 55 mm je Seite ab Zylinderschraube |
| Unterstützte Entfernungsmaße | 55, 72, 92 und 110 mm |
| Mindestdornmaß | 30 mm |
| Außenmodul | 51 × 33 × 8 mm |
| Innenmodul | 284 × 60 × 29 mm ohne Griff/Knauf; 284 × 60 × 69 mm mit Griff/Knauf |
| Stromversorgung | 8 AA-Alkalibatterien |
| Typische Batterielaufzeit | 9–12 Monate laut Herstellerangabe für LOQED Touch |
| Notstromversorgung | Externe 9-V-Blockbatterie |
| Kommunikation | Bluetooth, WLAN über LOQED Bridge |
| Smart-Home-Anbindung | Shelly Smart Control, weitere Integrationen über Schnittstellen |
| Lieferumfang | Innenmodul, Touch-Display, Schließzylinder, Bridge, Batterien und Anleitung |
| Mechanischer Außenschlüssel | Nicht vorhanden |
| Farbvarianten | Schwarz und Silber |
Die Angaben beziehen sich auf das aktuelle Touch Smart Lock 2S beziehungsweise auf ausdrücklich für die Touch-Produktfamilie dokumentierte Eigenschaften. Insbesondere die Batterielaufzeit ist ein Herstellerwert und kein unabhängig bestätigter Langzeitmesswert speziell für das 2S.
Installation, Kompatibilität und Voraussetzungen
Das LOQED wird nicht einfach auf einen vorhandenen Schlüssel gesetzt. Stattdessen erfolgt ein Austausch des Schließzylinders, ergänzt durch ein motorisiertes Innenmodul und das äußere Touch-Bedienfeld. Damit unterscheidet sich die Montage von klassischen Retrofit-Lösungen, bei denen der vorhandene Zylinder erhalten bleibt. Die unterschiedlichen Nachrüstprinzipien erläutere ich ausführlicher im Ratgeber zum Smart Lock nachrüsten.
An welche Türen passt das LOQED Touch Smart Lock 2S?
Das LOQED ist für Europrofil-Schlösser vorgesehen. Laut Hersteller sind symmetrische Türen bis 110 mm Stärke geeignet, wobei der Abstand von der Zylinderschraube zur jeweiligen Türseite höchstens 55 mm betragen darf. Zusätzlich unterstützt das Schloss Entfernungsmaße von 55, 72, 92 und 110 mm zwischen Griff und Schließzylinder sowie ein Dornmaß ab 30 mm.
Auch die Türbeschläge und der Platz für das Innenmodul müssen passen. Das längliche Gehäuse kann bei Sonderbeschlägen oder beengten Verhältnissen zum Problem werden. Mehrfachverriegelungen werden grundsätzlich unterstützt. Muss der Türgriff zum Verriegeln angehoben werden, bleibt dieser Arbeitsschritt allerdings erforderlich.
Nicht kompatibel sind unter anderem aufgesetzte Kastenschlösser und bestimmte Sonderverriegelungen. Da nur das Außenmodul für die Witterung ausgelegt ist, eignet sich das System außerdem nicht für Tore oder Türen, deren beide Seiten dauerhaft im Freien liegen. Bei Feuer- und Fluchttüren ist eine gesonderte Zulässigkeitsprüfung notwendig.
Meine Empfehlung: Prüfen Sie vor dem Kauf die vollständige Türmechanik. Lässt sich das vorhandene Schloss bei geschlossener Tür nur schwergängig betätigen, sollte zunächst die Ursache behoben werden. Weitere grundsätzliche Voraussetzungen für unterschiedliche Türbauarten finden Sie in meinem Ratgeber zum Smart Lock für die Haustür.
Montage, Kalibrierung und Einrichtung
Die Montage beginnt mit dem Ausbau des bisherigen Profilzylinders. Anschließend werden der LOQED-Zylinder sowie das Innen- und Außenmodul befestigt. Für eine gewöhnliche Einbausituation nennt der Hersteller ungefähr 30 Minuten Montagezeit.
Nach dem Einsetzen der Batterien erfolgt die Einrichtung über die LOQED-App. Dabei wird das Schloss gekoppelt und kalibriert, damit der Motor die erforderlichen Verriegelungswege kennt. Anschließend wird die mitgelieferte Bridge eingerichtet. Sie stellt die Verbindung zum Heimnetzwerk her und sollte möglichst innerhalb von etwa drei Metern zum Schloss platziert werden.
Nun lassen sich PIN-Codes, digitale Schlüssel und gewünschte Automatikfunktionen konfigurieren. Während der Einrichtung sollte die Tür geöffnet bleiben. Prüfen Sie die mechanischen Schließbewegungen und anschließend mindestens zwei Zugangsmethoden, bevor Sie die Tür erstmals schließen.
Einzelne Käufer beschreiben die mechanische Montage als einfach, berichten aber von Schwierigkeiten bei der Smartphone-Registrierung. Die elektronische Inbetriebnahme sollte deshalb ebenso sorgfältig kontrolliert werden wie der eigentliche Einbau.
Funktionen, Ausstattung und Bedienung
Das LOQED Touch Smart Lock 2S ermöglicht den Zugang über Smartphone, Touch-Display oder PIN-Code. Die verschiedenen Methoden bieten unterschiedlichen Komfort und sind nicht in gleichem Umfang von Internet und Smartphone-Einstellungen abhängig.
Touch to Open, Touch to Connect und Auto Unlock
Mit Touch to Open öffnen Sie die Haustür, ohne das Smartphone aus der Tasche zu nehmen. Das System kombiniert Geofencing mit Bluetooth. Nachdem Sie den standardmäßig 500 Meter großen Geofence verlassen haben und zurückkehren, wird die Zugangserkennung für einen begrenzten Zeitraum aktiviert.
Über zwei Bluetooth-Antennen versucht das Schloss festzustellen, ob sich Ihr Smartphone innen oder außen befindet. Erkennt es ein berechtigtes Gerät außerhalb der Tür, genügt eine Berührung des Touch-Displays.
Voraussetzung sind eine online verbundene LOQED Bridge, eine Internetverbindung des Smartphones sowie passende Standort-, Bluetooth- und Hintergrundberechtigungen. Energiesparfunktionen können die Erkennung beeinträchtigen. Entsprechende Verzögerungen wurden in Nutzerberichten beschrieben, auch wenn ihre Häufigkeit beim aktuellen 2S nicht zuverlässig bestimmt werden kann.
Touch to Connect erlaubt eine ähnliche Bedienung, ohne zuvor den Geofence verlassen zu müssen. Diese optionale Funktion ist praktisch, wenn Sie nur kurz vor die Tür gehen, besitzt aber ein erhöhtes Risiko bei fehlerhafter Innen-/Außenerkennung.
Zusätzlich bietet Auto Unlock die Möglichkeit, den Hauptriegel bereits bei erkannter Annäherung zu entriegeln. Die Türfalle wird erst beim anschließenden Berühren des Displays betätigt. Dadurch verkürzt sich die Wartezeit beim eigentlichen Öffnen.
Meine Einschätzung: Touch to Open ist einer der größten Komfortvorteile des LOQED. Weil die Funktion verschiedene Smartphone- und Netzwerkvoraussetzungen benötigt, sollte der PIN-Code als alternative Zugangsmethode eingerichtet werden.
PIN-Code, digitale Schlüssel und Zutrittsberechtigungen
Das äußere Touch-Display ermöglicht die Türöffnung über einen sechsstelligen PIN-Code. Anders als ein gewöhnliches Keypad besitzt es lediglich zwei Bedientasten. Mit der linken Taste werden die Ziffern durchgezählt, während die rechte Taste zur nächsten Stelle wechselt beziehungsweise die Eingabe bestätigt.
Dieses Verfahren soll verhindern, dass sich verwendete Ziffern anhand von Fingerabdrücken auf einzelnen Tasten erkennen lassen. Nach wiederholt falschen Eingaben wird die PIN-Eingabe vorübergehend gesperrt. Allerdings ist das Verfahren weniger direkt als ein herkömmliches Zahlenfeld.
Über die App lassen sich individuelle digitale Schlüssel und persönliche PIN-Codes vergeben. Berechtigungen können zeitlich begrenzt und bei Bedarf wieder entzogen werden. Das ist insbesondere für Familien, Gäste und gelegentlich benötigte Zutrittsrechte praktisch.
Ein Fingerprint-Leser ist nicht integriert. Wer einen besonders schnellen Zugang ohne Smartphone bevorzugt, könnte daher mit einem Schloss samt Fingerprint-Keypad besser bedient sein.
LOQED-App, WLAN-Bridge und Shelly Smart Home
Über die LOQED-App lassen sich Schließbefehle ausführen, Benutzerrechte verwalten und verschiedene Einstellungen verändern. Befinden Sie sich in Bluetooth-Reichweite, funktioniert die lokale Bedienung auch ohne Internet.
Für Fernzugriff, Cloud-Synchronisierung und die ankunftsbasierte Touch-to-Open-Funktion wird die online verbundene LOQED Bridge benötigt. Fällt die Internetverbindung aus, bleiben PIN-Zugang und lokale Bluetooth-Steuerung grundsätzlich nutzbar.
Die Einbindung in Shelly Smart Control ermöglicht Automationen mit anderen Shelly-Geräten, beispielsweise einer Flurbeleuchtung. Beim sicheren Betrieb vernetzter Smart-Home-Geräte sollten außerdem aktuelle Softwarestände und geschützte Zugänge berücksichtigt werden.
Für Home Assistant steht außerdem eine Community-Integration über die lokale Bridge-API zur Verfügung. Welche Anforderungen dabei an Bridge, Netzwerk und Smart-Home-System gestellt werden, erläutere ich in meinem Ratgeber zum Smart Lock mit Home Assistant. Eine native Matter- oder Apple-Home-Key-Unterstützung des 2S konnte nicht eindeutig bestätigt werden.
Meine Bewertung: Die Smart-Home-Anbindung bietet zusätzliche Möglichkeiten, ist für die grundlegende Türbedienung aber nicht erforderlich. Besonders interessant ist sie für Haushalte, die bereits Shelly-Geräte verwenden.
Motor und Schließverhalten des LOQED 2S
Die aktuelle 2S-Version verriegelt und entriegelt laut Hersteller in nur zwei Sekunden. Auch unabhängige Fachberichte beschreiben den neuen Motor als schnell. Dadurch verkürzt sich die Wartezeit während der eigentlichen Schließbewegung.
Allerdings ist die Motorlaufzeit nicht mit der gesamten Öffnungsdauer gleichzusetzen. Muss das Smartphone zunächst erkannt werden, kann der Zugang entsprechend länger dauern.
Über Twist Assist wird die manuelle Drehbewegung am inneren Knauf motorisch unterstützt. Entscheidend bleibt jedoch eine leichtgängige Türmechanik. Bei verzogenen Türen oder schwergängigen Mehrfachverriegelungen muss der Motor zusätzlichen Widerstand überwinden.
Meine Einschätzung: Der schnelle Antrieb ist ein überzeugender Vorteil des 2S. Für die langfristige Funktion sind die korrekte Kalibrierung und eine leichtgängige Verriegelung jedoch wichtiger als die reine Geschwindigkeit.
Batterien, Laufzeit und Wartung
Das LOQED Touch Smart Lock wird mit acht AA-Alkalibatterien betrieben. Der Hersteller nennt für die Touch-Produktfamilie eine typische Laufzeit von neun bis zwölf Monaten. Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von Nutzung, Temperatur und mechanischem Widerstand ab.
Einzelne ältere Kundenberichte beschreiben eine ungewöhnlich kurze Batterielaufzeit. Daraus lässt sich jedoch kein genereller Fehler des aktuellen 2S ableiten. LOQED weist selbst darauf hin, dass schwergängige Schlösser und ungeeignete Batterien den Energieverbrauch erhöhen können.
Bei nachlassender Kapazität sollten Sie alle acht Batterien gemeinsam wechseln und die verbrauchten Batterien fachgerecht entsorgen. Alternativ steht das optionale LOQED PowerKit mit geeigneten wiederaufladbaren NiMH-Akkus zur Verfügung. Damit können die Akkus direkt am Schloss geladen werden.
Neben der Stromversorgung empfiehlt sich eine gelegentliche Kontrolle der Schließmechanik und Griffbefestigung. Ungewöhnlicher Widerstand, unvollständige Schließvorgänge oder auffällige Batteriestandsmeldungen sollten frühzeitig untersucht werden.
Meine Bewertung: Die Stromversorgung ist grundsätzlich alltagstauglich. Das PowerKit bietet eine wiederaufladbare Alternative, verursacht aber zusätzliche Kosten. Die tatsächliche Langzeitlaufzeit des 2S bleibt mangels ausreichender unabhängiger Erfahrungen offen.
Das LOQED Touch Smart Lock 2S eignet sich besonders für Einfamilienhäuser mit kompatibler Haustür. Wer regelmäßig mit vollen Händen nach Hause kommt, kann den schlüssellosen Zugang über Touch to Open als Erleichterung empfinden.
Für Familien mit mehreren Nutzern bieten individuelle digitale Schlüssel und PIN-Codes praktische Vorteile. Auch Personen ohne eigenes Smartphone können das Schloss über das äußere Bedienfeld nutzen.
Bei Ferienwohnungen sind zeitlich begrenzte Zutrittsrechte interessant. Allerdings muss der Vermieter für technische Störungen und mögliche Aussperrungen eine zuverlässige Unterstützung organisieren.
In Mietwohnungen hängt die Eignung davon ab, ob der Zylindertausch zulässig und ein späterer Rückbau möglich ist. Für gemeinschaftliche Eingänge von Mehrfamilienhäusern müssen Türtechnik, Berechtigungen und Ausfallfolgen besonders sorgfältig geprüft werden.
Wenn Sie den Hauseingang zusätzlich mit einer Türsprechanlage ausstatten möchten, sollten Sie die Funktionen beider Systeme getrennt betrachten. Ob sich Kommunikation mit Besuchern und elektronische Türöffnung miteinander verbinden lassen, hängt von den jeweiligen Schnittstellen ab.
Meine Einschätzung: Den größten Nutzen bietet das LOQED bei privat genutzten Haustüren, an denen mehrere Personen regelmäßig schlüssellos Zugang benötigen. Für sicherheitskritische oder gemeinschaftliche Zugangssituationen ist eine individuelle Prüfung unverzichtbar.
Sicherheit und Zuverlässigkeit
Bei einem elektronischen Haustürschloss müssen mechanischer Einbruchschutz, digitale Zugangssicherheit und Ausfallsicherheit getrennt betrachtet werden. Besonders das vollständig schlüssellose Konzept des LOQED verlangt eine bewusste Entscheidung über die verfügbaren Rückfallmöglichkeiten.
Mechanische Sicherheit und digitale Zugangskontrolle
Shelly bewirbt für die LOQED-Touch-Produktfamilie eine SKG-Drei-Sterne-Zertifizierung sowie die Einhaltung der Normen EN 1303 und EN 15684. Diese Angaben sind jedoch an die vorgesehenen Installations- und Nutzungsbedingungen gebunden. Der Hersteller weist außerdem darauf hin, dass die Verwendung des PIN-Zugangs für die Einhaltung bestimmter Zertifizierungsbedingungen relevant sein kann.
Der tatsächliche Einbruchschutz hängt von der gesamten Tür ab. Ein zertifizierter Zylinder kann einen schwachen Beschlag, unzureichenden Kernziehschutz oder einen schlecht gesicherten Türrahmen nicht ausgleichen.
Bei der elektronischen Zugangskontrolle sind persönliche PIN-Codes und individuell verwaltbare digitale Schlüssel wichtige Sicherheitsfunktionen. Wiederholt falsche PIN-Eingaben werden vorübergehend blockiert, und nicht mehr benötigte Berechtigungen können entzogen werden.
Meine Einschätzung: Die dokumentierten Schutzmechanismen sprechen für eine ernst zu nehmende Sicherheitsausstattung. Daraus lässt sich allerdings keine pauschale Überlegenheit gegenüber jedem konventionellen Türschloss ableiten.
Notöffnung bei leeren Batterien und technischen Defekten
Bei vollständig entladenen Hauptbatterien lässt sich das LOQED über eine externe 9-V-Blockbatterie vorübergehend mit Strom versorgen. Dazu werden die Batteriekontakte an die beiden Metallkontakte des äußeren Touch-Displays gehalten. Sobald das Schloss wieder reagiert, kann es mit einer gültigen Zutrittsberechtigung geöffnet werden.
Diese Rückfallebene hilft bei Strommangel, nicht zwangsläufig bei einem Hardwaredefekt. Ist der Motor blockiert oder die Mechanik beschädigt, garantiert auch die externe Versorgung keinen Zugang.
Das ist der wichtigste Nachteil des vollständig schlüssellosen Konzepts: Eine unabhängige mechanische Schlüsselöffnung von außen fehlt. Besonders bei einer Haustür ohne alternative Zugangsmöglichkeit sollten Sie deshalb sorgfältig überlegen, ob diese Einschränkung für Sie akzeptabel ist. Wird im Störungsfall ein Notdienst benötigt, können die Hinweise der Verbraucherzentrale helfen, unseriöse Schlüsseldienste zu erkennen.
Unter den wenigen direkten 2S-Kundenbewertungen findet sich ein Bericht über eine Aussperrung. Die genaue Ursache ist nicht unabhängig nachgewiesen. Daraus lässt sich keine allgemeine Ausfallquote ableiten, der Vorfall verdeutlicht aber die Bedeutung der fehlenden mechanischen Rückfallebene.
Risiken automatischer Funktionen und Schlosszustand
Bei Touch to Connect kann die Bluetooth-basierte Innen-/Außenerkennung unter ungünstigen Bedingungen fehlschlagen. Liegt ein berechtigtes Smartphone beispielsweise nahe an einem Fenster oder an der Haustür, könnte es fälschlich als außerhalb befindlich erkannt werden.
Weil das Display durch eine Berührung aktiviert werden kann, entsteht dadurch ein mögliches Risiko unbeabsichtigter oder unberechtigter Öffnungen. LOQED empfiehlt ausdrücklich, die Funktion mit unterschiedlich platzierten Smartphones zu überprüfen. Ich würde Touch to Connect nur bei zuverlässig funktionierender Erkennung aktivieren.
Auch die automatische Verriegelung besitzt Grenzen. Ein gemeldeter Verriegelungszustand beweist nicht zwangsläufig, dass das Türblatt vollständig geschlossen ist und alle Verriegelungselemente korrekt im Schließblech sitzen.
Meine Bewertung: Die Sicherheitsausstattung ist umfangreich, verlangt aber eine sorgfältige Einrichtung. Besonders wichtig sind die korrekte Montage, die zuverlässige Zugangskonfiguration und die bewusste Entscheidung für ein Schloss ohne mechanische Außennotöffnung.
Kundenmeinungen und Erfahrungen
Die verfügbaren Erfahrungen mit dem LOQED Touch Smart Lock zeigen sowohl positive Rückmeldungen zum Bedienkomfort als auch Kritik an einzelnen Funktionen. Allerdings stammen viele Bewertungen von älteren Touch-Ausführungen. Die direkte Erfahrungsbasis für das aktuelle 2S ist noch begrenzt.
Was Käufer am LOQED Touch Smart Lock schätzen
Positiv hervorgehoben werden vor allem der schlüssellose Zugang und die digitale Zutrittsverwaltung. Mehrere Kunden beschreiben außerdem eine unkomplizierte mechanische Montage bei geeigneten Türen.
Beim aktuellen 2S wird insbesondere die schnelle Motorisierung gelobt. Auch unabhängige Fachberichte bewerten die Schließgeschwindigkeit positiv. Einzelne Käufer berichten zudem von einem bislang zuverlässigen Betrieb.
Welche Probleme und Einschränkungen beschrieben werden
Wiederkehrende Beschwerden älterer Ausführungen betreffen die automatische Smartphone-Erkennung, teilweise mit verzögerten oder erfolglosen Öffnungsversuchen. Weitere Berichte nennen Schwierigkeiten bei der App-Einrichtung, ungewöhnlichen Batterieverbrauch und lockere Türgriffe.
Für das aktuelle 2S liegen einzelne Beschwerden zur Smartphone-Registrierung und ein Aussperrbericht vor. Die jeweiligen Ursachen sind nicht unabhängig nachgewiesen.
Meine Einordnung: Die Nutzerberichte liefern wichtige Hinweise auf mögliche Probleme, aber keine belastbare Ausfallstatistik. Vor allem ältere Erfahrungen dürfen nicht ungeprüft auf die aktuelle 2S-Generation übertragen werden.
Vorteile und Nachteile des LOQED Touch Smart Lock 2S
Die größten Stärken liegen im schlüssellosen Bedienkomfort und der integrierten Ausstattung. Die wichtigsten Einschränkungen betreffen dagegen die Türkompatibilität und die fehlende mechanische Rückfallebene.
Vorteile
- Vollständig schlüsselloser Zugang über Touch to Open, PIN und Smartphone
- Schneller motorisierter Antrieb mit zwei Sekunden Laufzeit laut Hersteller
- Integriertes Touch-Display ohne zusätzliches Keypad
- Individuelle digitale Schlüssel und zeitlich begrenzte Berechtigungen
- Lokale Bedienung per PIN und Bluetooth ohne Internet möglich
- Shelly-Integration und 9-V-Notstromversorgung
Nachteile
- Keine mechanische Schlüssel-Notöffnung von außen
- Zylindertausch und passende Türmechanik erforderlich
- Touch to Open von Smartphone-Einstellungen und Verbindungsbedingungen abhängig
- Kein integrierter Fingerprint-Leser
- PIN-Eingabe über zwei Tasten vergleichsweise umständlich
- Begrenzte Langzeitdaten zum aktuellen 2S
Besonders schwer wiegt die fehlende mechanische Notöffnung. Die übrigen Nachteile betreffen überwiegend Komfort und individuelle Anforderungen. Das Fehlen einer unabhängigen Rückfallebene kann dagegen bei einem schwerwiegenden Defekt unmittelbar den Zugang zum Gebäude betreffen.
Alternativen und Modellvergleich
Das LOQED Touch Smart Lock 2S eignet sich nicht für jede Haustür. Besonders sinnvoll sind drei Alternativen, die unterschiedliche Anforderungen besser erfüllen können.
| Alternative | Wichtigster Unterschied | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Nuki Smart Lock Ultra | Mechanische Schlüsselöffnung möglich | Käufer, die einen Notfallschlüssel behalten möchten |
| Aqara Smart Lock U200 | Fingerprint, Apple Home Key und Retrofit-Montage | Nutzer mit kompatiblem vorhandenem Zylinder |
| LOQED Pure | Andere Bauform und günstigeres Grundgerät | Käufer ohne Bedarf an einem integrierten Touch-Display |
Das Nuki Smart Lock Ultra* ist besonders interessant, wenn Sie eine mechanische Rückfallebene wünschen. Auch bei diesem Modell muss der Zylinder ausgetauscht werden, der mitgelieferte Universalzylinder besitzt jedoch weiterhin eine Schlüsselöffnung. Ein äußeres Keypad ist optional.
Das Aqara Smart Lock U200* kann den vorhandenen kompatiblen Zylinder weiterverwenden. Sein mitgeliefertes Keypad bietet Fingerprint und PIN, außerdem wird Apple Home Key unterstützt. Dadurch eignet es sich besonders für Nutzer, die mehrere komfortable Zutrittsmethoden bevorzugen.
Das LOQED Pure* besitzt eine andere Bauform und verwendet einen wiederaufladbaren Akku. Das äußere Touch-Display ist optional. Beim Standardzylinder bleibt auch dieses Modell schlüssellos. Ein zusätzlicher Modularzylinder mit Schlüsselzugang wird vom Hersteller beschrieben, sollte aber nur empfohlen werden, wenn seine tatsächliche Verfügbarkeit und Kompatibilität bestätigt sind.
Weitere Modelle und einen ausführlicheren Vergleich der Schlossbauarten finden Sie in meinem Smart Lock Vergleich.
Häufige Fragen zum LOQED Touch Smart Lock
Was unterscheidet das LOQED Touch Smart Lock 2S vom Vorgänger?
Die wichtigste Weiterentwicklung ist der überarbeitete Motor, der laut Hersteller nur zwei Sekunden zum Ver- oder Entriegeln benötigt. Das grundlegende Bedienkonzept mit Touch-Display, PIN und Smartphone bleibt erhalten. Weitere Unterschiede sollten anhand der jeweiligen Hardwaregeneration geprüft werden.
Ist das LOQED Touch Smart Lock 2S dasselbe wie das LOQED Pure?
Nein. Das Touch 2S besitzt ein integriertes äußeres Bedienfeld und verwendet AA-Batterien. Das Pure besitzt eine andere Bauform, einen wiederaufladbaren Akku und ein optionales Touch-Display. Die jeweiligen Komponenten und Zubehörteile sind deshalb nicht ohne Weiteres austauschbar.
Unterstützt das LOQED Touch Smart Lock 2S Matter oder Apple Home Key?
Eine native Matter- oder Apple-Home-Key-Unterstützung des 2S ist anhand der ausgewerteten produktspezifischen Herstellerinformationen nicht eindeutig bestätigt. Über die LOQED Bridge und entsprechende Schnittstellen sind jedoch verschiedene Smart-Home-Integrationen möglich.
Benötige ich für das LOQED Touch Smart Lock ein kostenpflichtiges Abonnement?
Für die grundlegende Schlossbedienung und Zutrittsverwaltung ist nach den verfügbaren Herstellerinformationen kein verpflichtendes kostenpflichtiges LOQED-Abonnement erforderlich. Fernzugriff und bestimmte Automatikfunktionen setzen allerdings eine entsprechende Internetverbindung und die mitgelieferte Bridge voraus.
Fazit – Für wen lohnt sich das LOQED Touch Smart Lock 2S?
Das LOQED Touch Smart Lock 2S ist eine interessante Lösung für Eigentümer, die ihre Haustür konsequent ohne herkömmlichen Schlüssel nutzen möchten. Der schnelle Motor, das integrierte Touch-Display und die digitale Zutrittsverwaltung bieten einen erkennbaren Komfortgewinn.
Besonders empfehlenswert ist das Schloss für Familien und technikaffine Hauseigentümer mit kompatibler Haustür, die bewusst ein vollständig schlüsselloses System suchen. Das bereits enthaltene PIN-Bedienfeld und die mitgelieferte Bridge machen die Ausstattung auch im Verhältnis zu separat erhältlichem Zubehör interessant.
Der wichtigste Vorbehalt bleibt die fehlende mechanische Schlüssel-Notöffnung. Die 9-V-Notstromversorgung hilft bei entladenen Batterien, nicht aber bei jedem technischen Defekt. Zudem reichen die bisherigen Langzeiterfahrungen mit dem aktuellen 2S noch nicht für eine abschließende Zuverlässigkeitsbewertung aus.
Meine Empfehlung: Wenn Ihre Tür kompatibel ist und Sie ausdrücklich vollständig auf Schlüssel verzichten möchten, halte ich das LOQED Touch Smart Lock 2S für eine gute Kaufoption. Möchten Sie eine mechanische Rückfallebene behalten, würde ich eher das Nuki Smart Lock Ultra oder ein geeignetes Retrofit-Modell wählen.
Weitere geeignete Modelle für unterschiedliche Haustüren und Anforderungen finden Sie in meinem Smart Lock Vergleich.
